Wieso beschaffen sich Leute Software über nicht legale Wege? Diese Frage habe ich mir gestellt und möchte anhand von Beispielen (basierend auf tatsächlichen Ereignissen) aufzeigen, was ausschlaggebend sein kann.
Beispiel 1
Person X möchte sich ein aktuelles Computerspiel kaufen. Dazu geht er, selbstverständlich, in ein entsprechendes Computergeschäft. Leider muss er dort feststellen, dass sein gewünschtes Spiel zur Zeit nicht erhältlich ist. Der Angestellte bietet ihm aber an, das Spiel für ihn zu bestellen: Lieferfrist 2 Wochen.
Person X hatte sich aber gewünscht, das Spiel bereits heute Abend oder spätestens am Wochenende spielen zu können. Er bestellt das Spiel NICHT im Geschäft, sondern macht sich auf den nachhause Weg.
Zuhause angekommen, durchstöbert er eine online Tauschbörse für Software; und wird fündig. Sein Spiel steht dort zum Download zur Verfügung. Wenige Klicks später beginnt der Download und er kann seine geplante Game-Session am Wochenende machen.
Fazit Beispiel 1
Hätte das Geschäft das Spiel verfügbar gehabt, hätte Person X es ohne zu zweifeln gekauft und dafür auch “gerne” die 70.– hingelegt. Weil dem aber nicht so war und die Beschaffungszeit “inakzeptabel” war, wich Person X auf eine andere Möglichkeit aus. Grund für sein Verschulden (sich illegal Software beschafft zu haben) war also das Computerfachgeschäft, nicht sein absichtlicher Wille, sich so einer Lösung zu bedienen.
Beispiel 2
Person Y möchte gerne über 100.– ausgeben für ein Softwarepaket. Er braucht es dringend, weil er mit einem der enthaltenen Programme etwas für ein aktuelles Ereignis erstellen möchte. Deshalb geht Person Y gleich nach Feierabend in ein Computergeschäft und fragt nach dem Softwarepaket. Leider ist dies nicht auf Lager erhältlich und müsste bestellt werden. Aber Person Y wollte heute noch damit arbeiten. Er bestellt es NICHT.
Kaum aus dem Geschäft, ruft er einen guten Kollegen an und fragt, ob dieser das entsprechende Softwarepaket bei sich hat. Er bestätigt es. Person Y bittet seinen Kollegen, für ihn eine Kopie davon anzufertigen, er käme in einer Stunde vorbei diese abzuholen.
Noch am gleichen Abend kann Person Y die Programme zuhause installieren und erledigen, was er dringend machen wollte.
Fazit Beispiel 2
Hätte das Geschäft das Softwarepaket im Regal gehabt, hätte Person Y es sofort gekauft. Weil dem aber nicht so war, musste er sich einen anderen Weg für die Beschaffung suchen; und siehe da, es hat erstens schnell und zweitens zuverlässig funktioniert.
Die gleichen Beispiele treffen auch auf die Situation zu, die Person Z in einem Musikgeschäft gemacht hat, als er irgend eine CD kaufen wollte.
Daraus lässt sich meiner Meinung nach ableiten, dass wenn die Geschäfte einen 100%ige Verfügbarkeit von Software/Musik/etc. bieten würden, dann könnte bereits ein Teil von sogenannten “Raubkopierern” reduziert werden. Weil es ja anscheinend nicht immer daran liegt, dass jemand nicht zahlen WILL, sondern gar nicht kann, weil sein Wunschobjekt NICHT VERFÜGBAR ist.
Eine Möglichkeit wäre beispielsweise auch, dass man in einem Geschäft den Betrag zahlt, danach aber über einen Link sein Produkt auch herunterladen kann.
Wenn der Inhalt digital verfügbar ist, dann hat ein Geschäft auch nicht das Problem, dass der Lagerbestand aufgebraucht sein und somit ein Kunde nicht bedient werden könnte.
Um Raubkopien zu vermeiden, müssen die Anbieter in der Software- und Musikbranche unbedingt an ihren Verkaufsmodellen arbeiten. Hier besteht meiner Meinung nach die Möglichkeit, noch viel mehr auszuschöpfen und die Anzahl Raubkopien zu vermindern.