Den ersten Monat in der RS geschafft

Nach einer kurzen Woche (Grund: 1. August) habe ich die ersten 4 Wochen Rekrutenschule hinter mir.

Rückblick
In der der 2. und 3. Woche durften wir zum ersten Mal schiessen und mussten mit diversen Materialien arbeiten (ABC-Schutzanzug anziehen, Gasmaske anziehen, Funkgerät bedienen, Biwak, Funkantenne aufstellen, CRP- und Sanitätsausbildung, und mehr…).

Unser erster Marsch von (lächerlichen) 5 km fand am Freitag der 2. Woche statt. Wobei 5 km die Distanz in Luftlinie ist. Geloffen wird auf Märschen immer mehr als die angegebene Distanz. Was das marschieren natürlich doch nicht so einfach macht ist das ganze Gepäck welches man mitschleppen muss: GT (Grund-Trageeinheit), Karusa (Kampfrucksack) & StGw (Sturmgewehr). Alles zusammen macht mindestens 15 kg aus (StGw alleine ist schon 4.35 kg…).

Das “Highlight” in der 3. Woche war das Biwak. Biwak nennt man das Übernachten im freien unter einem “Zelt”. Dazu gehörte Kochen über dem Feuer (das hatten wir in der 2. Woche bereits geübt) und eine kleine Nachtübung. Naja, “Nachtübung” kann man nicht wirklich sagen. Wir waren bis etwa halb 12 auf dem Feld und dort lernten wir in verschiedenen Gruppen die Nachtsichtgeräte sowie das Thermalsichtgerät kennen. Biwak

Am Freitag in der 3. Woche hatten wir zudem eine Inspektion. Wir mussten die Zugschule vorführen. Das sieht etwa so aus: der ganze Zug muss zuerst in verschiedene Richtungen rennen und danach in verschiedenen Formationen einstehen. Zum Schluss gibt es dann noch eine kleine Marschierübung (Links 2-3-4, Links 2-3-4, … ;-) ). Diese haben wir mit einem “Sehr gut” bestanden! Anschliessend wurde geprüft, wie fit wir im Manipulieren des Sturmgewehres sind. Das lief für einige leider weniger gut, weil man einfach auf viele Details achten muss. Unglücklicherweise war die Vorgabe vom Hauptmann (welcher die Inspektion durchgeführ hatte), dass maximal 4 Leute früher nach Hause gehen können. Somit mussten wir einfach so lange manipulieren, bis alle bis auf 4 Leute ausgeschieden waren. Das hat dann nachträglich für etwas Rumoren gesorgt, aber das war dann schnell verflogen, da uns ja trotzdem ein langes Wochenende bevorstand.

4. Woche
Wir mussten erst am Mittwoch, 2. August wieder einrücken. Aber dass wir nur eine 3-Tage-Woche hatten hiess nicht, dass es leicht werden würde. Im Gegenteil: die Vorgesetzen hatten uns schon vorgewarnt, dass es eine strenge Woche werden würde. Und sie hatten recht!

Am Mittwochabend durften wir gleich Mal den 10 km Marsch machen (10 km sind wiederum in Luftlinie gemessen, gelaufen sind wir mehr). Während diesem Marsch habe ich das erste Mal vermisst, dass ich keine Sommerferien hatte… Wir haben die Strecke in 2h und 3 Minuten geschafft, womit der Kadi sehr zufrieden war. Auch die Meldungen während dem Marschieren hätten sehr gut funktioniert (wenn man unterwegs ein Kader trifft muss man jeweils eine Meldung machen. Z.B. “Gruppe 2, Zug Bill, Kompanie 4″).

In dieser Woche war das “Highlight” aber die Inspektion MIKADO. Diese Übung beschäftigte uns am Freitag den ganzen Tag. Unterwegs waren wir jeweils in 2er Patrouillen. Zuerst mussten wir einen 8 km Marsch machen (wiederum: Luftlinie!), welcher mein Binom und ich in rund 1h 15min schafften. Danach ging es (nach etwa 5 min Pause) weiter. Wir mussten insgesamt 10 verschiedene Posten absolvieren, welche auf dem gesamten Waffenplatz verteilt waren. Z.B. gab es: Manipulationen am StGw, ABC-Schutzanzug anziehen, Gas-Maske anziehen, Sanitätsübungen (Patientenpositionen, Druckverband, etc.), 30m Schiessen, StGw auseinandernehmen & zusammenbauen, Militärische Formen (korrektes Grüssen) und zuletzt noch eine Theorieprüfung.
Ich war froh, dass ich alle Posten beim ersten Mal bestanden habe. Denn wenn man einen Posten nicht bestand, musste man ihn wiederholen. Allerdings durfte man das nicht direkt, sondern musste einen anderen Posten zuerst machen. Das bedeutete natürlich immer, dass man wieder eine ziemliche Strecke laufen musste. Das ganze Gepäck mussten wir ja auch mitschleppen (GT, StGw, KARUSA mit ABC-Schutzanzug). Mein Binom hat das 30m Schiessen beim ersten Mal nicht bestanden, weshalb wir danach etwa 45 Minuten einbüssten, als er es wiederholen musste.

Was uns halt dazu brachte, diese Inspektion so schnell wie möglich zu absolvieren war das Leistungsabtreten: Wer alle Posten bis 15.00 Uhr bestanden hat und zurück in der Kaserne ist, darf am Freitagabend nach Hause gehen. Wer alle Posten bis 16.15 Uhr bestanden hat, darf am Freitagabend in den Ausgang, Abtreten ist Sa-Morgen um 7.00 Uhr. Und wer einen (oder mehr) Posten nicht bis 16.15 bestanden hat, muss diese/n am Samstagmorgen wiederholen.

Von unserem Zug konnte alle ausser 2 am Freitagabend nach hause gehen. Ich schätze Mal, dass sich unser Leutnant darüber freuen wird, denn dies war definitiv nicht bei allen Zügen der Fall.

Weitermachen
Bisher hatten wir 2 Gespräche betreffend Weitermachen. Das erste Mal mit dem Kadi, danach mit dem Einheitsinspektor. Nach dem 2. Gespräch wurde eine Liste veröffentlicht, wo ziemlich viele aufgeführt waren zum entweder als Wachtmeister (UO) oder sogar als Offizier weiterzumachen. Viele haben sich danach beklagt, sie hätten ja ihre Argumente gar nicht einbringen können! Unser Leutnant sprach anschliessend mit dem Einheitsinspektor, welcher die Liste erstellt hatte, und anfang dieser Woche hing dann eine neue Liste. Ich war auf dieser auch entfernt worden, obwohl ich eigentlich gerne weitergemacht hätte (ich war zuerst auch als Wachtmeister aufgelistet). Aber da ich bisher nicht die Gelegenheit hatte mit meinem Chef darüber zu sprechen (er war in den Ferien), ist es eh nicht so schlimm.

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About Oliver

IT Business Analyst with Bachelor in Business IT & Higher VET. Mac User. Likes cooking, reading, watching movies, flying kites, having a drink with friends, coding websites.

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