Ein paar Worte zum Nachtleben in Stockholm

Es gibt drei grundsätzliche Überlegungen die man machen muss, bevor man sich ins Nachtleben von Stockholm stürzt:

Wieviel Geld möchte ich ausgeben?
Ziehe ich mich elegant oder eher léger an?
Möchte ich Leute treffen die über 20 sind, oder auch jüngere?

Die Beantwortung dieser drei Fragen führt dazu, dass man sich entweder nach Östermalm oder nach Södermalm begibt.

Östermalm ist quasi das reiche Stadtviertel von Stockholm. Dementsprechend findet man hier auch Clubs und Bars in welche man nur reinkommt, wenn man über 20 und gut angezogen ist. Hier steht vor jeder noch so kleinen Bar, ob sie leer ist oder nicht, mindestens 1 Türsteher. Und dieser schickt einem auch mal weg, wenn er findet man passt nicht in die entsprechende Bar. Auch wenn sonst nicht wirklich viele Leute drin sind. Natürlich ist die Frage nach dem Alter obligatorisch, ID zeigen ist dann erst der zweite Schritt wenn die mündliche Altersangabe zu übertrieben wirkt. Ein selbstsicheres Auftreten ist hier von Vorteil. Und wie gesagt: hübsch anziehen. Keine Turnschuhe, keine 10 Franken Shirts vom H&M.

Södermalm hingegen ist toleranter. Hier ist auch mehr los auf den Strassen. Man trifft viele Junge (unter 20) und die Bars sind gut gefüllt. Hier muss man nicht ständig an Türstehern vorbeigehen um irgendwo reinzukommen, ausgenommen natürlich die Clubs. Aber es kann gut sein, dass wenn man auch, ich sage mal anständig, angezogen ist, in einen mit “erst ab 23″ angeschriebenen Club reinkommt wenn man jünger ist. Im Stil von: Ehrlichkeit wird belohnt. Und sonst sucht man sich halt eine Bar und nimmt dort ein Bierchen zu einem anständigen Preis.

In Östermalm kann es auch sein, dass man plötzlich von einem 3 Meter grossen, 2 Meter breiten Türsteher aus dem Lokal begleitet wird, wenn man sich beispielsweise die falsche Dame zum tanzen ausgesucht hat. Oder man tanzt zu auffällig, zu betrunken, oder rempelt jemanden an, den man besser nicht anrempeln sollte. Gewisse Leute in den Clubs hier haben Macht.

Auch wenn sie erst um die 20 sind. Da braucht es ein kleiner Wink zum Türsteher und schon wird die betroffene Person “nach hause geschickt”. Und was soll man sagen, wenn der Aufseher meint, man sei eben zu betrunken?

Ein grosser Unterschied beispielsweise zur Schweiz besteht darin, dass alle Clubs und Bars spätestens um 3 Uhr Nachts die Türen schliessen. Bars teilweise schon um 2 Uhr. Danach gehen die meisten Leute noch was essen, z.B. in den Mc Donald’s welcher hier anscheinend 24h geöffnet hat und von den Kunden zur späten Stunde zu profitieren weiss. Wegen dem nach hause kommen muss man sich keine Sorgen machen: die U-Bahn fährt ebenfalls noch regelmässig. Busse sind auch noch unterwegs. Und im Notfall nimmt man sich ein Taxi, welches aber je nach Strecke wieder ziemlich ins Geld gehen kann. Was man von der U-Bahn nicht sagen kann.

Auf jeden Fall ist es spannend diese zwei verschiedenen Welten kennen zulernen. Aber wer schon von Anfang an weiss, dass er sich über Snobs nur ärgert, der muss gar nicht erst nach Östermalm gehen.

Eine sehr passende Beschreibung über das Nachtleben von Stockholm gibt es bei visit-stockholm.com (englisch).

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About Oliver

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