Heute Mittag um Punkt 12 Uhr bin ich aus der ersten RS-Woche zurückgekommen.
Es war eine strenge Woche, aber gut auszuhalten. Einserseits liegt dies daran, dass unser Zug nicht allzu strenge (bzw. Liegestützen-geile) Vorgesetzte hat, andererseits weil wir uns eigentlich anständig benehmen und auf eine gute Zimmerordnung achten. Das heisst aber nicht, dass wir noch nicht unter Kollektiv-Strafen gelitten haben
Diese Woche gabs z.B. einen “Ferueralarm” weil einer der Zimmerchefs zu spät zum Abendverlesen erschienen ist. Als Strafe durften diese dann herumrennen bis sie gekotzt haben (einer zumindest). Danach gabs die üblichen Liegestützen bis zum umfallen…
Sehr gut ist das Essen.
Man kann sich wirklich auf den Mittag und den Abend freuen und sich den Bauch ziemlich voll schlagen. Ab und zu gibts sogar Dessert (Früchte, Berliner, Créme,…). Die Verpflegung während dem Tag ist auch i.O.: unsere Wachtmeister bringen regelmässig Kanister mit Wasser sowie Früchten und Farmerstengel. Der Leutnant achtet darauf, dass wir meistens im Schatten stehen können wenn was erklärt oder geübt wird und gedrillt werden wir nicht.
Ich war ein wenig überrascht, dass wir den Taz (Tarnanzug) erst am zweiten Tag fassen konnten. Ich habe mir vorgestellt, dass das etwas vom ersten wäre, was wir machen würden… Somit verbrachten wir halt die Zeit bis dann im Sport-Tenue. Mittlerweile sind wir aber (fast) komplett ausgerüstet mit 2 Taz, Pa Taz, Ausgänger, Rucksack, GT, Reisetasche mit Rollie, Helm, Gasmaske, ABC-Schutzanzug, Sturmgewehr, und den diversen kleineren Sachen. Was ich noch vermisse sind die Infanterie-Embleme fürs Perret und die Tarnanzüge.
Im Moment bin ich auf die nächste Woche gespannt. Nein, eigentlich bin ich im Moment froh, Wochenende zu haben. Aber nebenbei bin ich gespannt, wie die nächste Woche werden wird. Was ich so gehört habe werden ein paar bisher akzeptierte Mängel nächste Woche nicht mehr toleriert… ob dies aber mehr als nur ein paar Belehrungen durch das Kader zur Folge hat weiss ich nicht. Ausserdem habe ich das Gefühl, dass unser Leutnant bis jetzt fast zu lieb ist. Auf eine Art denke ich, dass dies so bleiben wird (ausser wir benehmen uns wie Idioten und bringen ihn so auf die Palme), andererseits könnte er bald wirklich anfangen etwas strenger zu werden. Mal schauen.
Übrigens habe ich noch nie so geschwitzt wie in der letzten Woche. Schon am Morgen um 7.15 Uhr, Morgen-Appell, läuft einem der Schweiss den Rücken hinunter, wenn man im Taz vor der Schweizerfahne stehen muss. Bis Nachmittag erreichen die Temperaturen so durchschnittlich 34° C und je nachdem ob man noch ein paar Liegestützen oder Jogging-Aktionen machen muss, wird man nässer und nässer.
Mein Fazit bisher: wenn es etwa so weitergeht wie bisher, werde ich die 21 Wochen überstehen. Klar ist es nicht ein Zuckerschlecken, aber man kann es durchbeissen. Und kaum sind ein paar Stunden vergangen, sieht man schon ziemlich locker auf die Strafen oder strengen Einsätze zurück… Ausserdem wurde meine Meinung gestärkt, dass die RS wohl den meisten Leuten gut tun würde. Vorallem denen, die einfach grundsätzlich gegen das Militär sind, selber aber noch nie einen einzigen Militär-Arbeitstag erlebt haben.